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2100 – Elsdorf am See, Wettbewerb, 2008

Der Tagebau Hambach ist mit einem Abbaufeld von 8.500 ha der größte Tagebau Deutschlands. Entsprechend der 1974 genehmigten Betriebsplanung sollen hier bis 2045 insgesamt 1.800 Mio t Braunkohle gefördert werden.

 

Bei Abschluss der Förderung wird der Tagebau ein bis zu 400 m tiefes Loch mit einer Fläche von ca. 4.000 ha hinterlassen, das nicht verfüllt werden kann. Dieses “Volumendefizit” erklärt sich zusätzlich zu der geförderten Kohle durch Abraum, der zur Verfüllung benachbarter Tagebaufelder verwendet wurde.

 

Die verbleibende Grube ist zur Verwendung als “Restsee” vorgesehen. Mit dem Abschalten der Sümpfungspumpen braucht das Grundwasser etwa 200 Jahre um auf ein Zielniveau von ca. 15-40 m unter Gelände anzusteigen. Durch die Umleitung von Wasser aus Rhein und Erft soll der Seespiegel dieses Niveau jedoch bereits 2100 erreicht haben.

 

Der Restsee wird mit einer Fläche von 40 km2 der siebtgrößte Binnensee der Bundesrepublik Deutschland sein. Gemäß der gegenwärtigen Planung bestimmen sich Lage und Kontur des Gewässers allein nach betriebstechnischen Gesichtspunkten – ohne Bezug zu den umliegenden Ortschaften.

 

Das im Rahmen der “Regionale 2010” vorgestellte Projekt will nunmehr das naturräumliche, wirtschaftliche und touristische Potential des Sees in den Vordergrund stellen. Das Projekt “2100 – Elsdorf am See” will den See gezielt in seinen kulturräumlichen Kontext einbinden und den Tagebau Hambach als maschinell erstelltes Landschaftselement wirksam werden lassen. Innerhalb der gegebenen Planungsparameter (Lage des Tagebaufeldes, Abbaufortschritt, Volumendefizit, Seespiegel) sollen Uferverlauf und -profil soweit modifiziert werden, dass sie sich auf die angrenzenden Ortschaften beziehen und diesen landschaftlich wie wirtschaftlich einen neuen Horizont bieten.

 

Arno Brandlhuber + Büro für Konstruktivismus
Januar 2008

 

(Foto Hambach: Michael Reisch)

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